Berlin Interview

Interview mit Michael Preetz zum Aufstieg von Hertha BSC

Preetz

 

Hertha spielt zur Zeit eine hervorragende Zweiliga-Saison und hat im Heimspiel gegen Sandhausen den direkten Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga geschafft – als Manager muss man doch so richtig zufrieden sein?

 

Michael Preetz: Ja, wir alle bei Hertha BSC, von der Geschäftsführung bis zum Spieler sind sehr zufrieden und glücklich, dass wir unser Ziel, den direkten Wiederaufstieg, so souverän geschafft haben.

 

Viele Absteiger aus der 1. Bundesliga schaffen den direkten Wiederaufstieg

nicht, Sie hingegen voraussichtlich zum zweiten Mal nacheinander. Was macht Hertha in dieser Hinsicht so stark dies zu schaffen?

 

Michael Preetz: In dieser Saison haben uns drei Dinge stark gemacht. Zum einen, dass wir mit Jos Luhukay einen hervorragenden Trainer haben, dessen Verdienst für diese Leistung nicht hoch genug einzuschätzen ist. Zum zweiten haben wir ein sehr starkes, homogenes Team, das sich großartig zusammengefunden hat – jeder arbeitet für den anderen, keiner versteht sich als Einzelkämpfer, sondern es sind alle Teamarbeiter. Und zum dritten hat es die Mannschaft geschafft, eine Saison fast ohne Makel zu spielen. Bisher haben wir noch keinen Hänger gehabt, erst zweimal verloren – das ist schon eine ganz große Leistung.

 

Wo sehen Sie die Stärken der jetzigen Mannschaft und wo sehen Sie Potential Dinge zu verbessern?

 

Michael Preetz: Eine besondere Stärke habe ich eben schon erwähnt. Der Trainer hat es geschafft, ein Team zu formen, welches seine Spielidee immer besser umsetzt. Zum Beispiel wollten wir in Heimspielen aggressiver, druckvoller auftreten – das ist uns gelungen, das Olympiastadion ist wieder ein Ort, wo keine Gastmannschaft gern hinfährt. Dazu kommt, dass der Trainer die Automatismen, die ein Team braucht, immer wieder üben lässt, immer wieder das Zusammenspiel verfeinert.

Wie möchte man verhindern zwischen 1. Bundesliga und 2. Bundesliga hin und her zu pendeln und nicht als „Fahrstuhlmannschaft“ abgestempelt zu werden?

 

Michael Preetz: Zum Stichwort Fahrstuhl sage ich nur, dass wir an die Tür ein „Außer Betrieb“-Schild hängen wollen! Als Aufsteiger steht aber das Ziel für das erste Jahr fest – Klassenerhalt. Nichts anderes zählt! Mittelfristig muss es dann gelingen, Hertha BSC wieder in der Bundesliga zu etablieren. Ich bin überzeugt, dass uns dies gemeinsam mit unserem Trainer Jos Luhukay gelingen wird.

 

Welche Tugenden und Charakterzüge muss ein Spieler besitzen um Hertha in der 1. Liga zu verstärken?

 

Michael Preetz: Unsere Mannschaft zeichnet die Geschlossenheit, die Homogenität aus. Insofern muss jeder Neue sich da einfinden. Und er muss natürlich den Willen haben, für die 90 Minuten Hertha BSC Woche für Woche alles zu geben!

 

Wie schaffen Sie es als Geschäftsführer den Spagat zwischen den sportlichen Ansprüchen und der stark belasteten wirtschaftlichen Situation zu meistern?

 

Michael Preetz: Ich denke, dass wir schon in der Vergangenheit immer intelligente Lösungen gefunden haben, um den Spagat zu meistern. Gemeinsam mit meinem Kollegen Ingo Schiller arbeiten wir täglich daran, Hertha BSC voran zu bringen.

 

Gibt es für Sie als Fussballmanager ein Vorbild?

 

Michael Preetz: Ehrlich gesagt nein. Jeder, der diesen Beruf bei den 36 Proficlubs innehat, muss seine eigene Interpretation finden. Es gibt nicht den Masterweg, wie man als Manager am besten funktioniert.

 

Worüber haben Sie sich in dieser Saison am meisten gefreut? 

 

Michael Preetz: Über die Tatsache, dass es unser Trainer in kürzester Zeit geschafft hat, eine erstklassige Mannschaft zu formen.

 

…und geärgert?

 

Michael Preetz: Über das Pokalaus in Worms.

 

Mit welchen Besonderheiten muss man umgehen, um der Manager des Hauptstadtclubs zu sein?

 

Michael Preetz: Ich glaube, ich verrate kein Geheimnis, wenn ich sage, dass Hertha BSC als Verein in der Hauptstadt immer im Fokus der vielfältigen Medienlandschaft Berlins steht. Dass ist so, damit muss man umgehen können.

 

Wie ist es als ehemaliger Goalgetter auf der Bank zu sitzen und den eigenen Stürmern zuzusehen? Ärgert man sich über besonders einfach vergebene Torchancen? 

 

Michael Preetz: Da gibt es zwei Dinge: Zum einen fiebert man ganz besonders mit, zum anderen versteht man oft vielleicht eher, warum gewisse Dinge mal nicht funktionieren. Alles in allem glaube ich, ist zusehen oft aufregender als selbst zu spielen.

 

Herr Preetz, vielen Dank für das Interview !

 

Die Fragen stellte Matthias Deutsch und Oliver Preikschat

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